Freizeit

Wanderung von Andelfingen nach Ossingen


  im Zürcher Weinland
Auf historischen Pfaden unterwegs

Vom Ausgangspunkt Bahnhof Andelfingen her (S33 und S16)  führt der Weg durch den alten Dorfkern mit zahlreichen Riegelhäusern. Ein Abstecher lohnt das Schloss mit seinem Park. Unterwegs überquert man auch einen schmalen Kanal, der früher Wasser für eine der zahlreichen Mühlen im Dorf führte.

Kurz vor der Thur, rechter Hand, wird in der Haldenmühle von Familie Arbenz noch immer nach alter Väter Sitte Korn gemahlen und verkauft. Ein angemeldeter Besuch lohnt sich auf alle Fälle.

 

Etwas Geschichte …

Wir erreichen die Holzbrücke, über die bis 1958 der Transitverkehr Winterthur–Schaffhausen rollte. Früher erhoben da Zürichs Beamte einen Wegezoll, und Napoleons Armee zündeten 1799 das Bauwerk an. Wir bleiben auf dem Südufer der Thur, vorbei an der ehemaligen Turmuhrenfabrik Mäder, wo ehedem die schönsten handgefertigten Turmuhren und Glockenspiele der Schweiz gefertigt wurden. Vor uns nun die Weinlandbrücke, die das Tal 40 m über dem Fluss überquert.

Sie wurde um 2000 mit einer Parallelbrücke ergänzt. Etwas weiter östlich liegt die Eisenbahnbrücke der Linie Winterthur–Schaffhausen (Baujahr 1857). Bald darauf erscheint auf unserer Seite ein so genannter Prallhang, die Aussenseite der Flusskurve. Damit die starke Strömung keine Hangrutschungen auslöst, wird das Ufer mit grossen Steinblöcken geschützt. 

 

Viel Natur …

Gegenüber, beim Werdhof, hat die Thur Kies und Sand abgelagert. Durch Kulturland beim Weiler Dätwil erreichen wir den nächsten bewaldeten Steilhang, und gleich danach führt der Weg durch einen flachen Auenwald. Nachdem wir die Brücke der Bahnlinie Winterthur – Stein am Rhein unterquert haben, zweigen wir - am Anfang einer Lichtung mit langem Kiesstrand - rechts ab und steigen zur Eisenbahn hinauf. 

 

Beeindruckendes Erlebnis!

Der Viadukt ist mit 332 m eine der längsten Fachwerkbrücken der SBB - ein bedeutendes Denkmal alter Eisenbaukunst. Die Brücke gehörte zu den ersten Eisenbahnbrücken Europas, welche von schmiedeeisernen Pfeilern gestützt wurden. (Weitere Infos sind zu finden unter diesem Link: www.sgti.ch/uploads/media/In-Ku-9.pdf.) Ein faszinierendes Erlebnis, neben den Gleisen zu wandern!

 

Auf der Nordseite folgen wir ein Stück der Strasse und können dann links auf eine Nebenstrasse ausweichen. An einer Gärtnerei vorbei und am Rande des sehenswerten Dorfkerns von Ossingen gelangen wir zum Bahnhof.

 

Endpunkt: Bahnhof Ossingen, Rückfahrt mit S29

 

Wanderzeit: rund 2 Stunden

 

Höhenunterschied: bergauf 80 m, bergab 50 m 

 

 

Quellen: Wanderbuch „Auf Wanderwegen im Zürcher Unterland, Rafzerfeld und Weinland“ von Walter Appenzeller, Verlag Neue Zürcher Zeitung, 2003

Zusammengefasst und ergänzt von Guido Wähli, Wanderleiter-Obmann ZAW 

Weitere Infos auf http://www.zuercher-wanderwege.ch/

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