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Nicht alles ist möglich

Das Zürcher Weinland muss sich bei allen Gedanken an eine positive Entwicklung auch immer wieder mit seiner Landwirtschaft (nicht nur Weinbau) und seiner – sehr oft schützenswerten – Landschaft und den Dörfern mit den malerischen Riegelbauten auseinandersetzen. Es muss genau überlegt werden, was in Gebieten, die im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt sind, überhaupt möglich ist. Weitgehende Übereinstimmung besteht darin, dass der Baukultur Rechnung getragen werden soll. Ein Stichwort dazu: verdichtetes Bauen. Der Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Weinland (ZPW) ist sich darin einig, dass eine räumliche Entwicklung beschränkt möglich sein soll und es dafür auch weiterhin Platz für stille Gewerbebetriebe hat, ja haben muss. Im Zürcher Weinland gilt es, den Spagat zu schaffen, eine sanfte Entwicklung zu gewährleisten und gleichzeitig die landschaftlich reizvolle Gegend als Naherholungsraum zu geniessen und zu pflegen.

Das Zürcher Weinland entdecken

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Kein unbekanntes Wesen

Am ehesten kann das Zürcher Weinland durch eine politische Abgrenzung, das heisst durch den zürcherischen Bezirk Andelfingen, definiert werden. Dazu zählen 24 Gemeinden von A wie Andelfingen bis W wie Waltalingen. Im Norden bildet der Rhein eine natürliche Grenze, im Osten der Kanton Thurgau, im Süden der Bezirk Winterthur, im Westen der Bezirk Bülach, der Rhein und eine Enklave des Kantons Schaffhausen.

Damit weiss man aber eigentlich immer noch nicht, was das Zürcher Weinland wirklich ist. Dabei ist es doch so einfach: Es ist ein Veloland, ein Wanderland, ein Weinland, ein Naturland, ein Familienland, ein Entdeckerland, ein Flussland, ein Geniesserland und vor allem ein Zukunftsland. Die Region im nördlichen Teil des Kantons ist prädestiniert, zu Fuss oder mit dem Fahrrad entdeckt zu werden. Erst wer sich im Zürcher Weinland langsam fortbewegt, kommt in den Genuss all der Schönheiten, welche die sanfte Hügellandschaft mit den Flüssen Rhein und Thur zu bieten hat. 

Mild und sonnig

Es ist nicht nur die Landschaft, die viel mehr bietet als gemeinhin angenommen. Es ist auch das spezielle Klima, dem die Region viel verdankt. Neben den weit herum bekannten Trauben gedeihen hier auch ausgesprochene Spezialitäten hervorragend: Spargeln und Melonen sind zwei der landwirtschaftlichen Produkte, die bei den Gourmets weit über die Region hinaus einen ganz besonders guten Klang haben. Dass auch Tabak und Hopfen angepflanzt wird und sehr gut gedeiht, bestätigt die besonderen klimatischen Bedingungen.

Die Basis aber bildet der Weinbau, denn der Begriff Weinland ist nicht ohne Grund entstanden. Weinbau wird “seit alters her” gepflegt. Zwei kleine Randbemerkungen dazu: Man wusste schon früh, wie man sich die ausländische Konkurrenz vom Leibe halten kann. Der Rat von Zürich erliess 1562 das Verbot, Veltliner Wein auszuschenken! Etwas seltsam mutet auch die Andelfinger-Rebenordnung von 1889 an, welche mit Beginn der Traubenreife der Jugend das Betreten der Reben untersagte und die Zeit festlegte, wann dieses Verbot auch für die Erwachsenen galt. Zu jener Zeit gab es noch die legendären Traubenwachen. Das Zürcher Weinland besteht heute noch zu rund 220 ha aus Rebfläche. Es ist damit die grösste  Rebbauregion im Kanton. Es gibt immer mehr junge, innovative Winzer, welche sich mit ihren Produkten einer hervorragenden Qualität verpflichten und damit auch internationale Auszeichnungen erobern. Wer gerne durch die Rebberge des Zürcher Weinlandes wandern will, dem stehen sechs Flyer mit sechs verschiedenen Weinwanderwegen zur Verfügung. 

Gut erschlossen

Das Zürcher Weinland ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV) bequem zu erreichen. Bahn und Buslinien bieten auf dem Gebiet des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV) ein dichtes Verbindungsnetz an. Dank der Mini-Autobahnverbindung zwischen Winterthur und Schaffhausen kann man auch das Auto benutzen. Aber bitte nur zum Hinbringen. Geniessen kann man das Zürcher Weinland nur langsam.

Wer sich genügend Zeit nimmt, kann leicht die vielen Aussichtspunkte im Zürcher Weinland erreichen und die Weite und die landschaftliche Schönheit auf sich wirken lassen. Nicht nur die Aussicht auf einen guten Wein mag Ansporn sein, dies von den schön gelegenen Rebhängen aus zu tun. Vom Irchel aus zum Beispiel, sieht man bis zu den Vulkankegeln des Hegau, vom Worrenberg schweift der Blick weit ins Flaachtal hinaus. Vom Schiterberg - die steilste Rebfläche des Kantons bei Kleinandelfingen – hat man einen faszinierenden Blick auf den Bezirkshauptort mit seiner markanten Kirche. Am Schiterberg unter anderem wächst der „Himmelsleiterli“ – ein weitherum bekannter leichter und fruchtiger Blauburgunder – der diesen Namen zurecht trägt. Oder vom neu errichteten Aussichtsturm auf dem Cholfirst bei Wildensbuch – ein Gemeinschaftswerk der ganzen Region. Oder von den Rebbergen des Stammertals mit dem eindrücklichen Ausblick auf die Schlösser Girsberg und Schwandegg.

Beliebter denn angenommen

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass das Züricher Weinland eine echte Freizeitoase ist. Aber es ist auch eine immer beliebter werdende Wohnregion mit vielen interessanten Arbeitsplätzen. Die Bevölkerung zum Beispiel nimmt rasanter zu als in anderen Regionen. Dies allerdings führt zu Ungleichgewichten unter den 24 Gemeinden des Bezirks Andelfingen. Das im Norden, gegen Schaffhausen, liegende Dachsen oder das den südlichen Abschluss bildende Henggart wachsen überproportional. Im mittleren Teil der Region zeigen sich andere Zukunftsaufgaben. Die Bevölkerung wird älter, so dass den entsprechenden Wohnformen grosse Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Die (teilweise geschützten) Ortsbilder müssen erhalten bleiben. Das gilt auch für die Bausubstanz der vielen leer stehenden Ökonomiegebäude, die besser genutzt werden sollten. Das sind riesige Koordinationsaufgaben, welche hier anstehen. Eine der Stellen, die sich intensiv damit befasst, ist die im Herbst 2008 gegründete Organisation “ProWeinland”. Ihre Ziele sind einfach und klar: ProWeinland fördert einen sanften Tourismus, vernetzt das regionale Kulturschaffen, fördert den Wohn- und Arbeitsort Zürcher Weinland und ist Anlaufstelle für regionale Anliegen und Auskünfte.