20 Jahre Jugendprojekt LIFT: eine Erfolgsgeschichte aus Mut, Engagement und vielen ersten Schritten in die Arbeitswelt.
Im Zürcher Weinland begleiten die Sekundarschulen Flaachtal, Stammheim, Andelfingen und Marthalen Jugendliche dabei, Verantwortung zu übernehmen, Selbstvertrauen aufzubauen und ihren Platz im Berufsleben zu finden. Zum nationalen Jubiläum haben wir die LIFT-Verantwortlichen gefragt, was sie täglich motiviert.
LIFT ist ein Integrations- und Präventionsprogramm an der Schnittstelle zwischen Volksschule und Berufsbildung. Jugendliche ab der 7. Klasse absolvieren freiwillig, aber verbindlich regelmässige Wochenarbeitsplätze in regionalen Betrieben. Begleitet von Lehrpersonen und Betrieben stärken sie ihre sozialen und personalen Kompetenzen, lernen die Arbeitswelt kennen und finden Schritt für Schritt ihren Berufsweg.
Erfolgsgeschichten, die bleiben
Ein Schüler präsentiert sich am Ende von LIFT so überzeugend, dass er als einer der Ersten eine Lehrstelle erhält.
Eine Schülerin lernt im LIFT-Betrieb den Maurerinnen-Beruf kennen, und startet dort ihre Lehre.
Ein ehemaliger LIFT-Teilnehmer begleitet heute selbst Jugendliche am Arbeitsplatz. Der Kreis schliesst sich.
Wir verstehen unser Engagement für das Projekt LIFT auch als Teil der sozialen Verantwortung, die wir als Ausbildungsbetrieb gegenüber den kommenden Generationen wahrnehmen dürfen.
„Wir wollten unseren Schüler:innen frühzeitig Einblicke in die Berufswelt geben – und sie in Soft Skills wie Selbstständigkeit und Auftreten stärken“, sagt Fredi Altenburger. Die Wirkung? „Sie gewinnen Selbstsicherheit, lernen Fragen zu stellen, für sich einzustehen, und sind in der Schule oft motivierter als zuvor.“ Besonders stolz macht ihn, wenn ein Wochenarbeitsplatz direkt in eine Lehrstelle mündet: „Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer, der das Projekt erfolgreich beendet, ist eine Erfolgsgeschichte.“
Hannes Winzeler beschreibt das Jugendprojekt LIFT als Brücke: „Wir wollten Jugendlichen mit Schulschwierigkeiten echte Erfahrungen ermöglichen und ihren Selbstwert stärken.“ Die Veränderungen sind greifbar: besser planen, realistischer einschätzen, was sie erwartet, Vorurteile gegenüber Berufen abbauen. Besonders stark: Die Schule ist durch LIFT eng vernetzt mit den Betrieben.
Auch hier zeigt sich: LIFT schafft Orientierung. Die Module zu Bewerbung, Auftreten und Arbeitsalltag geben Sicherheit und machen Mut, eigene Wege zu gehen.
Hier steht der Selbstwert im Fokus und das vor allem für Jugendliche mit Lernzielanpassungen. „LIFT bietet einen anderen Zugang als über Noten“, heisst es. Und es wirkt bis ins Dorf: „Es hilft bei der Integration.“ Unvergessen bleiben Geschichten wie die eines Flüchtlingsjungen, der heute eine Montageelektriker-Lehre macht, oder eines Jugendlichen, der in einem renommierten Restaurant als Koch arbeitet.
Stimmen der Jugendlichen
„LIFT hilft beim Suchen der passenden Lehrstelle, und zeigt, wie man E-Mails schreibt und sich verhält. Am Anfang war vieles schwierig, dann wurde es besser. Jetzt bin ich motivierter für meine Zukunft. Ich fühle mich nun unterstützt und vorbereitet.“
„In meinen Wochenarbeitsplätzen arbeitete ich bei Spalinger Präzisionsmechanik und starte jetzt im Volg. Mir gefällt alles an LIFT. Am Anfang war sogar das Händeschütteln ungewohnt – jetzt kann ich’s.“
„Ich habe mich auf einen LIFT-Platz beworben, obwohl ich dachte, ich werde nicht genommen. Es hat mir geholfen, peinliche Situationen zu überwinden. Nach dem Einsatz in einer Baufirma will ich dort Maurer werden – meine Traumlehre.“
Was bringt LIFT der Region und den Betrieben?
Wenn Betriebe sich engagieren, bleiben junge Fachkräfte in der Region. Nähe schafft Identifikation und Perspektiven.
Für die Betriebe:
Soziales Engagement, das sichtbar wirkt
Frühe Begegnung mit potenziellen Lernenden
Jugendliche, die schon wissen, was auf sie zukommt – und seltener abbrechen
Stärkung der eigenen Mitarbeitenden im Umgang mit Jugendlichen
Oder wie es ein Sozialarbeiter sagt: „Es ist nicht die oberste Priorität, aber wenn aus LIFT eine Lehre wird, ist das umso schöner.“
LIFT zeigt, was passiert, wenn Schule, Betriebe und Jugendliche an einem Strang ziehen: Selbstvertrauen wächst, Horizonte öffnen sich, Zukunft wird machbar. Danke an alle Lehrpersonen, Betriebe, Schulozialarbeiter:innen, und vor allem an die Jugendlichen, die den Mut haben, loszulegen.