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Die Neue Regio­nal­po­li­tik – Chancen für das Zürcher Wein­land

Regionen fördern = Schweiz stärken 

Die Neue Regionalpolitik (NRP) stärkt die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Regionen und Berggebiete – auch bei uns im Zürcher Weinland. Getragen wird sie vom Bund, dem Kanton Zürich und den Gemeinden in den jeweiligen NRP-Gebieten. Ziel ist es, Innovation, Zusammenarbeit und Wertschöpfung zu fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen langfristig zu sichern

Seit 2021 gehört das Zürcher Weinland – neben dem Zürcher Oberland – offiziell zum NRP-Perimeter. Aktuell befinden wir uns in der Halbzeit der zweiten Umsetzungsphase (2024–2027). Ein idealer Moment, um zurückzublicken, zu zeigen, wie die NRP wirkt, und zugleich einen Blick nach vorne zu werfen.

Was ist die NRP eigent­lich? 

Im Kanton Zürich wird die NRP nicht direkt vom Kanton Zürich umgesetzt, sondern von zwei Standortfördervereinen. Mittels Leistungsvereinbarung ist die Standortförderung Zürcher Weinland für das Zürcher Weinland sowie die Standortförderung Zürioberland für das Zürcher Oberland mit der Umsetzung der NRP betraut.

Schwer­punkte und Themen

Inhaltlich konzentriert sich die NRP auf die Bereiche Tourismus sowie Industrie und Gewerbe. Dabei spielen Digitalisierung und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle – sie ziehen sich wie ein roter Faden durch viele Projekte. Zusätzlich können auch Themen wie Energie, Bildung, Mobilität oder Landwirtschaft Teil eines Projekts sein. 

Im Zürcher Weinland bedeutet das ganz konkret: Die NRP unterstützt Initiativen, die neue touristische Angebote schaffen, regionale Produkte sichtbarer machen oder innovative Kooperationen zwischen Betrieben fördern. Ziel ist es, die Wirtschaftskraft der Region zu stärken und gleichzeitig das Lebensgefühl zu erhalten, das unser Weinland so besonders macht. 

Wer steckt dahin­ter? 

Hinter der NRP stehen engagierte Menschen aus der Region. Unternehmerinnen, Winzer, Handwerksbetriebe, Gemeinden und Vereine – sie alle bringen Ideen ein und setzen Projekte um, die das Zürcher Weinland voranbringen. Mit Unterstützung der NRP entstehen so neue touristische Angebote, innovative Produkte oder Kooperationen, die Arbeitsplätze sichern und die Region insgesamt stärken. 

Wer eine Idee hat, die über das eigene Geschäft hinausgeht und der Region nützt, kann sich direkt an die Standortförderung Zürcher Weinland wenden. Diese prüft im Auftrag des Kantons, ob das Projekt förderfähig ist, und begleitet die Umsetzung. Damit ein Projekt unterstützt werden kann, soll es innovativ, überbetrieblich und nachhaltig sein – also über den Tellerrand hinausdenken, langfristigen Nutzen schaffen und nicht nur privaten Interessen dienen. 

Was geför­dert werden kann – und was nicht

Die NRP hilft dort, wo Ideen für die ganze Region etwas bewegen. Das kann der Aufbau und die Entwicklung von regionalen Wertschöpfungsketten sein, etwa durch neue Vermarktungsplattformen für Wein, Obst oder Handwerksprodukte. Es kann auch die Förderung von Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschung und Gemeinden sein, um neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln. Ebenso gehören Tourismusprojekte dazu, die das Zürcher Weinland als Ausflugs- und Ferienregion bekannter machen. 

Nicht unterstützt werden hingegen Projekte, die nur einem einzelnen Betrieb nützen oder keinen erkennbaren Mehrwert für die Region bringen. Laufende Betriebskosten, reine Bau- oder Infrastrukturvorhaben ohne Innovationsbezug oder einmalige Veranstaltungen ohne nachhaltige Wirkung sind daher nicht förderfähig. 

Die NRP wirkt – auch bei uns im Zürcher Wein­land 

Dass die NRP wirkt, zeigt sich in Zahlen: Jeder investierte Bundesfranken löst bis zu das Fünffache an weiteren Investitionen aus. Schweizweit wurden bereits über 2’400 Tourismusprojekte und 1’300 Industrieprojekte unterstützt. 

Auch im Zürcher Weinland konnten wir in den letzten Jahren verschiedene spannende Projekte begleiten. Sie zeigen, wie engagierte Menschen mit guten Ideen das Weinland weiterentwickeln und gleichzeitig neue Perspektiven für Wirtschaft und Gemeinschaft schaffen. 

Hier drei Beispiele aus unserer Region:

Projekt 1: Der Regio­Mat in Walt­a­lin­gen – regio­nale Produkte rund um die Uhr

Aus der Zusammenarbeit des Stammheimer Hopfentropfens, Keller Weinbau Waltalingen und des Metzgerbetriebs El Suizo Loco entstand der RegioMat – ein Verkaufsautomat, der regionale Produkte 24 Stunden am Tag anbietet. Organisiert vom neu gegründeten Verein «RegioMat» fördert das Projekt den direkten Absatz und die Sichtbarkeit regionaler Spezialitäten. Auf dem Vorplatz von Keller Weinbau, nahe beliebter Weinwander- und Bikerouten, finden sich im Automaten Bier, Wein, Fleisch, Wurstspezialitäten und weitere Köstlichkeiten. Der Automat stammt von Weber-Automaten aus Ossingen und ermöglicht dank Alterskontrolle auch den sicheren Verkauf alkoholischer Produkte. Das Projekt wurde finanziell durch die NRP unterstützt

Projekt 2: Wohnen im Wein­land – gemein­sam für attrak­tive Wohn­orte

Das Projekt «Arbeitshilfe Wohnen im Weinland» wird durch die Zürcher Planungsgruppe Weinland (ZPW) in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, der Standortförderung Zürcher Weinland sowie dem Gemeindepräsidentenverband Bezirk Andelfingen (GPVA) erarbeitet. Ziel ist es, den Gemeinden praktische Grundlagen zu bieten, damit sie sich als attraktive und nachhaltige Wohnstandorte positionieren können. Die Ergebnisse fliessen in die Weiterentwicklung der Vision «Mis Wyland 2040» sowie in regionale und kantonale Planungsgrundlagen wie den Richtplan ein. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Raumentwicklung im Zürcher Weinland. Das Projekt wurde mit finanziellen und personellen Ressourcen unterstützt

Projekt 3: Der Gasthof ADLER Unter­stamm­heim – ein Zentrum fürs Dorf­le­ben

Der traditionsreiche Gasthof ADLER ist seit vielen Jahren ein wichtiger Treffpunkt für Menschen aus Unterstammheim und der Umgebung – der einzige dieser Art im Ort. Damit er auch in Zukunft bestehen kann, wird das Gebäude renoviert und bisher ungenutzte Räume werden wieder nutzbar gemacht. So bleibt der ADLER ein lebendiges Zentrum, das Tourismus, Gastronomie und Gemeinschaft im Dorf stärkt. Das Projekt verbindet Tradition und Zukunft: Neue Wohnungen für ältere Menschen schaffen finanzielle Stabilität und fördern gleichzeitig das soziale Miteinander. Das Projekt wurde mit einem zinslosen Darlehen unterstützt.

Diese und weitere Initiativen zeigen eindrücklich, wie die Neue Regionalpolitik im Zürcher Weinland wirkt – konkret, kreativ und nachhaltig. Weitere Informationen zu bereits realisierten Projekten findest du im Projektlog.

Fazit 

Halbzeit bedeutet: Wir sind mitten drin – und haben schon viel erreicht. Doch die NRP lebt vom Engagement der Menschen im Zürcher Weinland. Gemeinsam wollen wir in der zweiten Hälfte der Umsetzungsphase weitere Ideen fördern, neue Kooperationen anstossen und unsere Region als starken, lebenswerten Standort weiterentwickeln. 

Autor

Nik Berger

Geschäftsleiter Standortförderung Zürcher Weinland