Zürcher Weinland

Die Tracht – das Kleid der Heimat

Ein schönes Stück Tradition. 

Die Tradition, Trachten zu tragen und gemeinsam Trachtenfeste zu feiern, ist älter als unser Bundesstaat, und dennoch ist sie visionär.  Sie birgt die Vision von einem friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen, Sprachen und Regionen, von Menschen unterschiedlichster politischer Ansichten und Lebensauffassungen, die sich gegenseitig respektieren, sich bereichern und in Eintracht miteinander leben wollen.

Der heimatliche Brauch, das Tragen einer Tracht, ging auch im Weinland im Laufe des 18. Jahrhunderts immer mehr zurück. Die Trachten verschwanden in Truhen und Kisten oder gingen ganz verloren. Anfangs der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts erlebte die Trachtenbewegung eine Renaissance, die vom Weinland ausging.

Anlässlich der Tagung der Zürcher Heimatschutzvereinigung von 1923 in Marthalen fassten die anwesenden Frauen den Entschluss, die alten und unbequemen Trachten zu modernisieren. Bereits im Jahre 1924 beteiligten sich 24 Frauen in ihren neuen Festtrachten am Festumzug.

Im Jahre 1951 wurde die Weinländer Trachtengruppe, aus der bereits 1947 die Stadt Winterthur abgetrennt worden war, abermals zu gross, und man bildete neu die Trachtengruppen „Weinland Andelfingen“ und „Weinland Winterthur“.

Bis heute leiten neben je einem fünfköpfigen Vorstand auch gut 40 Vertrauensfrauen aus beinahe allen Dörfern der Region die Geschicke der Trachtenleute und sorgen für den nötigen Informationsfluss. An der alljährlich im Winter stattfindenden Bezirksstubete treffen sich jeweils bis zu 200 Trachtenleute um den geschäftlichen Teil abzuwickeln und vor allem die Geselligkeit zu pflegen.

Gemeinsam nehmen die Weinländer Trachtenleute an Trachtenfesten und Umzügen teil. An Volksfesten übernehmen die Trachtenleute mit ihren schönsten Trachten die Repräsentationsaufgaben und symbolisieren die Verbundenheit mit der Region und der Herkunft.

Das Lappenmieder der Festtracht ist im Weinland mit Trauben, goldenen Rebblättern und Ranken bestickt. Die einzigartige goldene Seidenschürze ist im Siebdruckverfahren mit schwarzen Trauben, Rebblättern und Ranken bedruckt. Die Festtracht kann mit kurz- oder langärmliger Bluse getragen werden. Für die kalte Jahreszeit wird die Festtracht mit schwarzen Winterärmeln getragen.

Die Männer Festtracht mit schwarzer Hose und Jacke und weissem Hemd wird mit einem Gilet, im Vorderteil mit eingewobenen blau-weissen Streifen ergänzt. Die hübschen Kinderfesttrachten werden jeweils von Generation zu Generation weitergegeben.

Im Schnitt ist die Sonntagstracht gleich wie die Werktagstracht, der Rockstoff ist einfarbig, aus Wolle und kann mit langärmliger Bluse und einer Jacke ergänzt werden.

Die Werktagstracht aus hell- oder dunkelblauem Baumwoll- oder Leinenstoff, bedruckt oder bestickt mit verschiedenen Motiven, ist die meistgetragene Weinländertracht. Sie wird mit einer bestickten, kurzärmligen Bluse aus Leinen oder Mischgewebe getragen. Eine längs gestreifte, meist handgewobene Schürze mit buntem Band und ein gestricktes oder geknüpftes Fichu runden das Ganze ab.

Die Männer tragen zu schwarzer Hose und weissem hemd ein blaues Chutteli, das mit Trauben und Reblaub bestickt ist. Der Arbeitsrock Der Arbeitsrock hat kurze Aermel und wird ohne weisse Bluse getragen. Wie bei der Werktagstracht wird dazu eine gestreifte Schürze getragen und oft mit einem Fichu ergänzt.