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Gemein­sam Zukunft gestal­ten

Einblicke und Ergebnisse aus dem Berufsbildungs-Dialog 2025.

Wie gelingt der Übergang von der Schule in die Berufswelt? Welche Herausforderungen beschäftigen Lehrbetriebe in ländlichen Regionen? Und wie stärken wir die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gewerbe ganz konkret? Diesen Fragen gingen die Teilnehmenden am Berufsbildungs-Dialog 2025 im Zürcher Weinland gemeinsam nach: engagiert, lösungsorientiert und mit Blick auf die Zukunft.

Ein Abend im Zeichen der Vernet­zung

Die Neuauflage des ehemaligen "Runden Tischs" überzeugte mit einem abwechslungsreichen Programm: Von spannenden Fachinputs über konkrete Einblicke in Projekte wie rent-a-stift bis hin zu Diskussionsrunden wurde deutlich: Die Berufsbildung lebt vom Dialog und vom Zusammenspiel aller Beteiligten.

Im Zentrum des Abends standen vier Diskussionstische, an denen über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze debattiert wurde. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

1. Über­gang Schule zu Beruf: Wo stehen wir?

Positiv hervorgehoben wurden Angebote wie rent-a-stift, Berufsbesichtigungen, LIFT, Schnupperlehren im ganzen Kanton und lokale Tischmessen. Gleichzeitig zeigten sich Hürden:

  • Unterschiedliche Bewerbungspraxis je nach Schule
  • Fehlende Transparenz bei Schnupperlehren (z. B. zwischen Orientierungs- und Bewerbungs-Schnuppern)
  • Wunsch nach mehr Ressourcen und gemeinsamen Standards

2. Bessere Zusam­men­ar­beit zwischen Schulen & Betrie­ben

Die Teilnehmenden wünschen sich:

  • Gewerbe zu Besuch in Schulen und umgekehrt
  • Einbindung der Eltern in den Berufswahlprozess
  • Ansprechpersonen in Gewerbevereinen für Schulen
  • Ausbau von Formaten wie Tischmessen, idealerweise auch für Eltern

3. Attrak­tive Einbli­cke in Berufe schaf­fen

Kreative Ideen wurden vorgeschlagen und andiskutiert:

  • Wander-Tischmessen, die von Schule zu Schule ziehen
  • Berufsvorstellungen durch Eltern direkt im Klassenzimmer
  • Infoabende für Eltern, organisiert durch Elternrat oder Schulen
  • Social Media: viele Unternehmen sehen hier Potenzial, benötigen aber Unterstützung. Ein BBFA-Kanal wurde vorgeschlagen.

4. Lehr­be­triebe stärken und entlas­ten

Die Diskussion drehte sich um Begleitung vor, während und nach der Lehre:

  • Regionale Plattformen zur Kontaktaufnahme
  • Vereinbarungen nach Vertragsunterzeichnung, damit Jugendliche nicht «verschwinden»
  • Gemeinsame Erlebnisse vor Lehrbeginn
  • Lernförderung durch Vereine wie Zündschnur

Bilder­ga­le­rie vom Netz­werk­an­lass

Berufs­bil­dung als Gemein­schafts­pro­jekt

Fachinputs vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt sowie vom Verein Schule trifft Wirtschaft gaben Einblicke in kantonale Strategien und grenzüberschreitende Beispiele. Besonders spannend: Das Projekt ZukunftZürich, das Betriebe auf dem Weg zum Lehrbetrieb unterstützt – Schritt für Schritt, digital und praxisnah.

Einmal mehr zeigte sich: Der Dialog lohnt sich. Die Zusammenarbeit über Schul- und Gemeindegrenzen hinaus ist ein Schlüssel zur nachhaltigen Lehrstellenförderung in der Region.

Was das BBFA sonst noch tut

Auch ausserhalb des Dialogs bleibt das Berufsbildungsforum Bezirk Andelfingen (BBFA) aktiv. Neu gibt es auf der Website unter "Lebensregion" das Bildungsthema, samt aktuellem Informationsvideo für Berufsbesichtigungen, neuem Bildmaterial und laufenden Projekten wie rent-a-stift.

Zudem zeigen die Zahlen der Plattform schnuppy.ch: Viele auswärtige Jugendliche interessieren sich für Lehrstellen im Zürcher Weinland, die regionale Nachfrage hingegen sinkt. Ein deutliches Zeichen, dass wir dranbleiben müssen.

Der Dialog geht weiter! Wer dieses Jahr nicht dabei war, sollte sich das kommende Jahr unbedingt vormerken.

Autorin

Fabienne Gander

Leiterin Regionalprodukte, Bildung & Kultur